Veganismus und die Frage der Toleranz

Veganismus und die Frage der Toleranz

Genervt von aggressiven und militanten Veganern und Veganerinnen fordern nicht wenige Menschen, eine nicht vegane Lebensweise doch bitte zu respektieren, so wie nicht vegane Personen ebenfalls den Lebensstil vegan lebender Menschen respektieren. Damit wird auf eine Formel der Toleranz verwiesen, die als eigentlicher Ausdruck des Selbstverständnisses westlicher Demokratien gewertet werden kann: «Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt».

Der Begriff der Toleranz

Die Entwicklungsgeschichte menschlicher Gesellschaften ist auch eine Entwicklungsgeschichte der Toleranz. Sie hat sich auf verschiedenen Ebenen und Dimensionen abgespielt und tut dies noch immer. Toleranz kann eine rechtliche, eine politische, eine ethische, aber auch eine religiöse Forderung sein. Toleranz kann zwischen Staaten, zwischen sozialen Gruppen, aber auch zwischen einzelnen Personen gefordert sein. Immer verweist die Toleranzforderung dabei auch auf die Machtverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft. Das Versprechen der Toleranz lautet, wie der Philosoph Rainer Forst schreibt, dass ein Miteinander im Dissens, also auch bei Uneinigkeit und unterschiedlichen Lebensweisen möglich ist.1

Dissens ist die Grundvoraussetzung, damit Toleranz überhaupt erst nötig wird.

Toleranz ist damit keine Akzeptanz der anderen Meinung, sondern eine «Duldung», wie auch schon die Herkunft vom Lateinischen tolerare (= ertragen, aushalten, erdulden) zum Ausdruck bringt. Das Ziel von Toleranz ist es, trotz gegensätzlicher Auffassungen friedlich miteinander leben zu können.

Wer von Toleranz spricht, der muss sich der Komplexität und der Geschichte ihrer Bedeutungen und Entwicklungen bewusst sein. In den westlichen Demokratien ist Toleranz eng an den Begriff der Freiheit geknüpft. Toleranz bedeutet nicht nur die Duldung von Menschen anderer Hautfarbe, anderen Geschlechts oder geistig beeinträchtigter Fähigkeiten2, sondern Toleranz bedeutet die Freiheit, dass jeder Mensch aufgrund der verliehenen Würde alle Freiheiten besitzt, solange die Würde anderer gewahrt wird.

Dies ist eine Errungenschaft, die es zu verteidigen gilt, die aber auch kritisch hinterfragt werden muss.

Es gab Zeiten, da bedeutete Toleranz: Toleranz zwischen Männern, Toleranz zwischen Weißen oder Toleranz zwischen Eigentumsbesitzern3 (wie im Falle der Sklavenhaltung). Diese Beispiele zeigen, dass die rechtliche Dimension die Frage der Toleranz nicht erschöpft. Denn in rechtlicher Hinsicht besteht zwischen vegan lebenden und nicht vegan lebenden Menschen kein Verlangen nach Toleranz – sowohl eine vegane als auch eine nicht vegane Lebensweise können sich auf Recht und Gesetz berufen. Die eigentliche Dimension, unter der das Verhältnis zwischen einer veganen und einer nicht veganen Lebensweise in Hinblick auf Toleranz betrachtet werden muss, ist die Ethik.

Die ethische Dimension von Toleranz

Für viele Menschen sind Recht und Ethik deckungsgleich und so hat sich die allgemeine Ansicht durchgesetzt, Toleranz hieße rechtliche Toleranz und sei daher keiner weiteren Begründung bedürftig. Aber wo das Recht an sein Ende kommt, da beginnt die Aufgabe der Ethik erst. Die philosophische Ethik im neuzeitlichen Sinne (auch verstanden als Moralphilosophie) prüft Gründe und Argumente für moralisches Handeln. Wer akzeptiert, dass Recht und Ethik in Hinblick auf Toleranz verschieden sind, der befindet sich bereits in einem ethischen Diskurs, insofern die Forderung nach Toleranz erhoben wird. Das bedeutet aber auch, dass Gründe angegeben werden müssen, die sich nicht darauf stützen, dass etwas eben rechtlich legitimiert ist. Das ist für die Auseinandersetzung in Hinblick auf die Toleranz zwischen vegan lebenden und nicht vegan lebenden Menschen von höchster Relevanz, da erst auf der Grundlage von Argumenten der zur Diskussion stehende Streit beigelegt werden kann.

Nicht nur erhebt die philosophische Ethik die Forderung nach Begründungen, sondern sie umfasst ebenfalls die Frage danach, wer moralisch verantwortlich ist und wem gegenüber Pflichten bestehen. Diese Frage drückt sich aus in der Unterscheidung moralischer Subjekte und moralischer Objekte. Moralische Subjekte sind jene Personen, die ihre Handlungen verantworten müssen, während moralische Objekte Rechte haben, auch wenn sie nicht oder nur begrenzt fähig sind, ihre Verantwortlichkeit einzusehen. Beispiele für moralische Objekte sind nicht selbstbewusste Menschen (wie Säuglinge oder Menschen mit bestimmten geistigen Beeinträchtigungen), aber auch Tiere, denen in unterschiedlichem Maße Rechte zugestanden werden.

Diese Trennung ist entscheidend. Denn es ist offensichtlich, dass Toleranz nicht nur eine Frage zwischen moralischen Subjekten ist, sondern ebenso auf moralische Objekte angewendet werden muss. Niemand käme auf die Idee, zu behaupten, es sei eine Frage der Toleranz, dass willkürlich mit Säuglingen, geistig Beeinträchtigten oder Haustieren umgegangen wird. Ein Kind zu schlagen, Menschen mit geistiger Beeinträchtigung zu Versuchszwecken zu verwenden, Hunde und Katzen zu drangsalieren, das ist keine Frage gegenseitiger Toleranz – weder im Recht noch in den gängigen ethischen Theorien.

Eine vegane Ethik der Toleranz

Wie aber wird gerechtfertigt, wer in den Bereich moralischer Objekte fällt und wer nicht? Die gängige, auch von vielen Moralphilosophen vertretene Antwort lautet: durch die Zugehörigkeit zur menschlichen Gesellschaft oder zur kulturellen Entwicklungsgeschichte.

An diesem Punkt trennen sich die Wege zwischen vegan lebenden und nicht vegan lebenden Menschen.

Für eine vegane Ethiktheorie der Toleranz ist es nicht entscheidend, welcher Spezies jemand angehört oder welche kulturelle Entwicklung dazu geführt hat, dass Hunde und Katzen als Haustiere besseren Schutz genießen als «Nutztiere» wie Schweine, Rinder und Hühner. Toleranz bedeutet für den Veganismus, das Prinzip des «Nicht-Schadens» auf den Kreis derjenigen Lebewesen zu erweitern, die ein berechtigtes Interesse daran haben, nicht zu leiden und am Leben zu bleiben – also auf alle empfindungsfähigen Lebewesen.

Veganer und Veganerinnen berücksichtigen damit in stärkerem Maße diejenige Partei, die in der Toleranzforderung nicht veganer Personen vernachlässigt wird: die leidensfähigen Tiere.

Auch viele nicht vegan lebende Menschen gestehen gewissen Tieren das Recht auf Leben und Leidensfreiheit bereits zu: Hunde und Katzen sind Haus- und Lebenspartner. Veganer und Veganerinnen erweitern lediglich die Reichweite der Lebens- und Schutzwürdigkeit auf alle leidensfähigen Tiere, die von Menschen zu welchen Zwecken auch immer genutzt werden. Das ist zumindest konsequent – immerhin sind zum Beispiel Schweine intelligenter als Hunde und ausnahmslos alle «Nutztiere» in der Intensivtierhaltung besitzen über den Wunsch nach Leidensfreiheit hinausgehend mindestens dieselben Wünsche nach sozialem Verbund und gegenseitiger Zuwendung wie beispielsweise Hunde oder Katzen.

Toleranz – nur für Menschen?

Wenn Veganer und Veganerinnen die Nutzung von Tieren nicht tolerieren, dann geht es ihnen nicht darum, anderen den Geschmack des Schnitzels oder das Aussehen der Lederjacke schlechtzumachen. Es geht ihnen nicht um die Bevormundung Andersdenkender oder um die Errichtung einer Ökodiktatur. Es geht ihnen um all die Schweine, Rinder, Hühner und anderen leidensfähigen Lebewesen, deren fundamentale Bedürfnisse nach Bewegung, Beschäftigung und Kontakt zu ihren Artgenossen behindert werden. Auch die sogenannte artgerechte Haltung wird diesen nicht gerecht und am Ende jedes «Nutztierlebens» steht der verfrühte und unnatürliche Tod.

Wer ein Tier tötet oder töten lässt, weil es gut schmeckt oder weil dessen Haut auf der eigenen Haut gut aussieht, nimmt das Leiden dieses Tieres in Kauf.

Es ist eine Sache, zu tolerieren, dass eine Person das Wohlbefinden von leidensfähigen Lebewesen respektiert – es ist eine ganz andere, von dieser Person zu fordern, dass sie das Fehlen ebendieses Respekts bei anderen toleriert. An dieser Stelle ist die Gegenseitigkeit nicht gegeben: Wenn etwas unterlassen wird – in diesem Fall der Konsum tierischer Produkte – erfordert das keine Toleranz, da keine Wertüberzeugungen verletzt werden. Toleranz wäre nur dann vonnöten, wenn eine Pflicht darin bestünde, «Nutztiere» zu töten. Die Asymmetrie in Bezug auf die Toleranz liegt in diesem Fall einfach darin, dass der Verzicht auf Gewalt einfacher zu tolerieren ist als deren Anwendung. Ebenso wäre es verfehlt, von einer nicht rauchenden Person Toleranz gegenüber einer rauchenden Person zu verlangen, weil diese ja ebenfalls das Nichtrauchen toleriert.4

Tierkonsum, Zigarettenqualm – wo stößt die Toleranz an ihre Grenzen?
Der Verzehr tierlicher Produkte stößt ebenso wie das Rauchen dort an seine Grenze, wo ein anderes Individuum beeinträchtigt wird.

Die vegane Toleranz baut auf einer Ethik auf, die die Toleranz auch auf diejenigen erweitert, die in unserer Gesellschaft den schwersten Stand haben: die leidensfähigen Tiere. Veganismus bedeutet, die Interessen leidensfähiger Lebewesen zu respektieren und die eigenen Handlungen dementsprechend zu gestalten.

Veganismus ist zu Ende gedachte Toleranz.

Dieser Artikel erschien erstmals im Magazin BLAUFUX.


1Forst, Rainer: Toleranz im Konflikt. 4 Auflage. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2014, S.12.

2Der Verfasser weist nachdrücklich darauf hin, dass die hier verwendeten Kategorien nicht normativ gemeint sind, sondern deskriptiv. Ziel ist nicht die Abwertung bestimmter Menschen mit der Eigenschaft x oder y, sondern die Aufwertung empfindungsfähiger Tiere. Die verwendeten Kategorien sind zudem historisch kontingent und wandelten sich im Laufe der Zeit. Wenn sie in diesem Artikel verwendet werden, dann immer mit dieser Einschränkung, dass es „keine ewigen Tatsachen“ gibt.

3Die Redaktion verzichtet hier aus historischen Gründen auf die weibliche Form.

4Der Vergleich zwischen rauchenden und fleischessenden Personen ist nicht nur eine theoretische Frage. Vor geraumer Zeit konstatierte der Chef der Rügenwalder Mühle, dass es einige in seiner Branche gebe, „die sagen, die Wurst wird die Zigarette der Zukunft“. Und er hält weiter fest: „Meine Generation ist vielleicht die erste in der Menschheitsgeschichte, die jeden Tag Fleisch essen konnte. Und ich prophezeie, dass es auch die Letzte sein wird, weil die Jüngeren das nicht mehr wollen“.
Und vorzustellen hätte man sich das dann so

5 Kommentare

  1. Zardoz

    Ehrlich gesagt bringt mich das keinen Zentimeter weiter. Die Darstellung hat in dem wesentlichen Punkt eine petitio principi, nämlich mit der Annahme, dass Tiere Rechte haben könnten. Hier dreht sich dann alles im Kreis. Im Wesentlichen hängt wieder alles am „Tiere können leiden und deshalb soll man sie nicht essen“.

    Vor allem, woher kennt der Veganer die Interessen der Tiere? Hier wird doch nur mit anthropozentrischen Unterstellungen gearbeitet. Könnte es nicht durchaus „im Interesse“ einer Kuh sein zur Milchhaltung oder Zucht gehalten werden und als Gegenleistung ein Leben ohne Fressfeinde, Naturunbillen und mitkostenlose Krankenversorgung zu erhalten? Man denke an die Szene aus „Matrix“, in der der Verräter sich entscheidet, wieder in den Nährstofftank zu kommen, weil ihm das Leben in der Matrix durchaus angenehmer als das Leben in der Realität ist …. . Selbst für Schlachtvieh wäre das zu prüfen, denn wäre die vegane Alternative als Nutztier gar nicht zu leben oder in der freine Natur unweigerlich irgendwann vom Freßfeind oder von krankheiten getötet zu werden, besser? ? Vor allem ist zu beachten, dass die vollkommen andere kognitive Leistungsfähigkeit der Tiere diese zu einer ganz anderen Bewertung führen würde als das Anlegen menschlicher Maßstäbe. Das wird leider von Vegnaern nie berücksichtigt.

  2. Kaptain

    1. Das Thema Rechte.
    Tiere haben Rechte, wenn wir sie ihnen zugestehen und das tun wir, weil sie die Vorrausetzungen dafür haben.
    2. Interessen lassen sich ableiten. Woher kennen wir die bei anderen Menschen? Nicht einfach deswegen, weil sie sie formulieren, denn dann würden wir sprachliche Äußerungen (die erlernt sind) mit Interessen verwechseln, gewissermaßen also Signifakt und Signifikant. Es hat mehr damit zu tun, dass wir ähnliche Voraussetzungen haben, eine ähnliche Physiologie, zumindest was basale Bedürfnisse angeht. Die aber haben dann auch Tiere und dies allenfalls graduell unterschiedlich, das ihre Physiologie nur graduell abweicht. Sie haben eine Amygdala, Schmerzrezeptoren, usw.
    3. Was ist besser? Nun, das Leben als Nutztier wird hier stark beschönigt. Natürlich geht es nicht um einen menschlichen Begriff von Freiheit (der moderne Freiheitsbegriff ist übrigens eben dies, modern, so dass man das selbe Argument auch gegen Menschen nutzen könnte), sondern darum, möglichst unbeeinträchtig sein Leben leben zu können. Hier sind Unterscheidungen wir jene in moralische Objeke und Subjekte wichtig.
    4. „Die vollkommen“, also kategorisch „andere kognitive Leistungsfähigkeit“ von Tieren ist im Rahmen aktueller Forschung nicht haltbar. Ganz im Gegenteil. Darüber hinaus sind kognitive Fähigkeiten allein nicht ausschließlich moralisch relevant.
    Ich würde Ihnen raten, sich dringen eingehender mit dem Thema zu befassen.

  3. Tobias

    „Die Darstellung hat in dem wesentlichen Punkt eine petitio principi, nämlich mit der Annahme, dass Tiere Rechte haben könnten.“
    Ich argumentiere, dass die Frage der Toleranz sich eben nicht auf die Frage der Rechte reduziert. Wenn Du nicht von juridischen, sondern von moralischen Rechten ausgehst, so musst Du den Rechtsbegriff begründen und darlegen, warum nur Menschen Rechte haben (können).
    Wenn man die Leidensfähigkeit zugrunde legt, so wie ich das tue, so handelt es sich nicht um eine petitio pricipii.

    Die petitio principii begehst eher Du. Du setzt voraus, was zu beweisen ist: Dass es „Menschen“ und dass es „Tiere“ gibt. Das ist weder biologisch noch historisch haltbar. Dein Argument ist nicht überzeugend bzw. nicht konsequent genug. Natürlich kennt man die Interessen von Kuh y oder Schwein y nur eingeschränkt. Aber dasselbe gilt für Freunde und Verwandte. Man wird die Interessen anderer niemals wirklich kennen können. Menschen und viele Tiere aber teilen die gleichen physiologischen Voraussetzungen, die gleiche Entwicklungsgeschichte und ähnliche Verhaltensweisen, so dass es unplausibel ist, anzunehmen, dass wir die Interessen bestimmter Tiere nicht kennen könnten.

    „Hier wird doch nur mit anthropozentrischen Unterstellungen gearbeitet.“
    Nein. Hier wird vom Begriff des „Menschen“ abstrahiert. Zum Vorwurf des Anthropomorphismus siehe: Wild, Markus: Tierphilosophie. 3. Auflage. Hamburg: Junius 2013, S. 68-89.

    „Könnte es nicht durchaus „im Interesse“ einer Kuh sein zur Milchhaltung oder Zucht gehalten werden und als Gegenleistung ein Leben ohne Fressfeinde, Naturunbillen und mitkostenlose Krankenversorgung zu erhalten?“
    Könnte. Davon ist nach wissenschaftlicher Kenntnislage aber nicht auszugehen.

    „Man denke an die Szene aus „Matrix“, in der der Verräter sich entscheidet, wieder in den Nährstofftank zu kommen, weil ihm das Leben in der Matrix durchaus angenehmer als das Leben in der Realität ist …. .“
    Eine sehr interessante Umkehrung! Es ist eher so, dass Menschen, die Tier töten und nutzen (lassen), in der Matrix verharren.

    „Selbst für Schlachtvieh wäre das zu prüfen, denn wäre die vegane Alternative als Nutztier gar nicht zu leben oder in der freine Natur unweigerlich irgendwann vom Freßfeind oder von krankheiten getötet zu werden, besser?“
    Wie war das mit der Matrix? Denkst Du, 60 Milliarden Tiere, die jährlich geschlachtet werden, würden sonst in der „Natur“ erzeugt werden?
    https://www.youtube.com/watch?v=sR83f7o-qZU
    https://www.youtube.com/watch?v=GdtEhnnIDok
    http://thevactory.de/natuerlichkeit/

    „die vollkommen andere kognitive Leistungsfähigkeit der Tiere“
    Diese existiert nicht.

    „Das wird leider von Vegnaern nie berücksichtigt.“
    Weil Du sie erst mal beweisen musst.

    1. Was ich noch hinzufügen möchte: ein Argument von Zardoz ist, dass wir nicht wissen können, was Tiere wollen. Das ist zunächst einmal richtig, gilt (wie du schon dargestellt hast) aber auch für andere Menschen. Da wir uns das „absolute“ Wissen also ohnehin nicht aneignen können, können wir nicht wissen ob Tiere in der Massentierhaltung gehalten werden wollen oder nicht. Zardoz ist scheinbar der Meinung, dass wir deshalb weitermachen können wie bislang, denn wir können ja nicht beweisen, was die Tiere wollen.
      Das ist ein klassischer Zirkelschluss. Weil wir etwas nicht beweisen können, machen wir das, was mir bislang machen und wir machen das, was wir machen, weil wir es nicht beweisen können. Das erinnert mich an Diskussionen mit stark religiösen Menschen. Es steht halt in der Bibel.

      Logischer können wir die Sache angehen, wie Tobias es schon dargelegt hat. Wir können logische Schlüsse aus der Physiologie der Tiere ziehen und daraus schließen, dass es sich hierbei um leidensfähige Lebewesen handelt, die durchaus einen Platz in unserer moralischen Sphäre verdient haben.

      Und wenn wir nicht aus moralischen Gründen heraus die Tierhaltung hinterfragen, dann doch spätestens aus Eigennutz aufgrund der massiven ökologischen Folgen.

  4. Illith Powers

    Meine Herren, haben Sie den „Antworten“-Button bzw. -Link bemerkt? 😉

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